Der ehemalige Flughafen Tegel wird zur Großbaustelle der Berliner Zukunft. Auf dem 500 Hektar großen Areal im Berliner Norden sollen Wohnungen gebaut und Forschung, Hochschule, Start-ups, Industrie untergebracht werde. Damit entsteht ein neues Stadtquartier, das fast halb so groß wie Kreuzberg und ein Sechstel von Tegel ist. Mit dem Fortschritt wachsen auch die Fragen: Was kostet diese Vision den Berliner Steuerzahler? Und kann die Stadt ein derartiges Großprojekt überhaupt zuverlässig planen und finanzieren? Besonders im Fokus steht der geplante Campus der Berliner Hochschule für Technik (BHT) im denkmalgeschützten Terminal A. Im Juli erfolgte der Spatenstich. Auf rund 25.000 Quadratmetern sollen künftig rund 2.500 Studierende lernen und forschen. Die BHT ist damit ein zentraler Baustein der geplanten Urban Tech Republic. Die Vorgeschichte wirft allerdings Fragen auf: Für den Umbau des Terminal A waren ursprünglich rund 450 Millionen Euro kalkuliert. Inzwischen war in Senatsunterlagen von bis zu 833 Millionen Euro und einer Fertigstellung erst 2035 die Rede. Zusätzliche Bundesmittel in Höhe von 170 Millionen Euro wurden für das Projekt bereitgestellt. Auch auf dem Gelände entlang des Kurt-Schumacher-Damms nimmt die Entwicklung jetzt sichtbar Fahrt auf. Im Schumacher Quartier haben gerade die ersten Bauarbeiten für Wohnungen begonnen. Insgesamt sind rund 5.000 Wohnungen für mehr als 10.000 Menschen geplant. Aber mit den ersten Baggern kommen auch neue Fragen. Wie teuer wird das Gesamtprojekt am Ende tatsächlich? Wie belastbar sind die Zeitpläne? Wie viel Geld muss Berlin selbst aufbringen? Und welche Lehren lassen sich aus früheren Berliner Großprojekten wie dem ICC oder anderen langwierigen Bauvorhaben ziehen? Tegel steht damit exemplarisch für eine Grundsatzfrage der Berliner Stadtentwicklung: große Vision oder großes Risiko?