Vor 250 Jahren, im Juli 1776, erklären 13 britischen Kolonien in Nordamerika ihre Unabhängigkeit. Es ist die Geburtsstunde der "Vereinigten Staaten von Amerika". Doch damit ist die Zukunft der jungen Nation noch lange nicht entschieden. Die britische Krone antwortet mit militärischer Gewalt. Ein Krieg nimmt seinen Lauf, dessen Ausgang lange ungewiss bleibt. Teil 2 des "Universum History"- Zweiteilers "Die Amerikanische Revolution" beschreibt um 23.20 Uhr die entscheidenden Jahre des Unabhängigkeitskriegs. Er blickt aber auch auf die Widersprüche einer Revolution, die Freiheit als Ideal verklärt, das längst nicht allen Menschen gleichermaßen zugestanden wird. Nach der Unabhängigkeitserklärung beginnt die schwierigste Phase der Amerikanischen Revolution: Großbritannien will seine nordamerikanischen Kolonien nicht in die Unabhängigkeit entlassen. Jenseits des Atlantiks glauben viele, die rebellischen Kolonien wieder unter Kontrolle bringen zu können. Der Unabhängigkeitskrieg nimmt seinen Lauf. Zunächst erringen die britischen Truppen Erfolge und drängen George Washingtons Kontinentalarmee zurück. Mehrfach scheint das Scheitern der Revolution nur noch eine Frage der Zeit zu sein – Washington selbst zweifelt am Sieg. Die Dokumentation folgt den wichtigsten Ereignissen des Krieges und schildert etwa die Kämpfe um New York und Washingtons Rückzug bis hin zu den entscheidenden Wendepunkten bei Trenton, Saratoga und Yorktown. Dabei zeigt sich auch, dass der Krieg weit mehr ist als ein Konflikt zwischen Amerikanern und Briten. Deutsche Hilfstruppen der britischen Armee, die sogenannten "Hessen", prägen den Verlauf der Ereignisse ebenso wie die französischen Verbündeten, die schließlich an der Seite der Amerikaner kämpfen. Thematisiert wird aber auch einer der grundlegenden Widersprüche der Amerikanischen Revolution. Während die Kontinentalarmee für Freiheit und politische Selbstbestimmung kämpf, bleiben Hunderttausende Menschen versklavt. Wenige Amerikaner halten dagegen, die Folgen prägen das Land bis heute. Der Film wirft außerdem einen Blick auf die heute oft einseitig wahrgenommene Rolle der Frauen während der Amerikanischen Revolution. "Man stellt sie sich nur beim Nähen oder Kochen vor", sagt die Historikerin Jennifer Janofsky. Unter den wenigen Akteurinnen findet sich u. a. die Geschichte von Margaret Corbin. Wie viele Frauen begleitet sie die Kontinentalarmee, in der ihr Mann für die Unabhängigkeit kämpft. Bei der Verteidigung von Fort Washington fällt John Corbin, seine Frau tritt an seine Stelle. Sie feuert mit einer Kanone auf die angreifenden Truppen. Sie sei die erste Frau, der eine Militärpension gewährt werde, so Janofsky. Archäologische Funde und Bilder historischer Schauplätze werden in der Dokumentation kombiniert mit detailreichen Spielszenen, die die Wirren des Unabhängigkeitskrieges nachzeichnen. Mit Hilfe von Expertinnen und Experten ordnet die Dokumentation die einzelnen Ereignisse in einen größeren Zusammenhang ein. Sie beschreibt die Amerikanische Revolution nicht nur als Geschichte eines militärischen Sieges, sondern auch als Beginn eines politischen Experiments, dessen Ideen und Widersprüche bis in die Gegenwart nachwirken.